Du hast ein Buch geschrieben. Jetzt braucht es ein Zuhause im Netz.
Deine Bücher stehen bei Amazon, bei Thalia, vielleicht bei BoD. Dort bist du Gast. Der Händler entscheidet, wie dein Buch präsentiert wird. Ein Algorithmus entscheidet, wer es sieht. Eine eigene Autorenwebsite ändert das. Sie ist deine Bühne, dein Pressebereich und dein direkter Draht zu Leserinnen und Lesern.
Dieser Guide zeigt dir, welche sieben Seiten auf eine Autorenwebsite gehören, welche Fehler du vermeiden solltest und was du rechtlich beachten musst. Ohne Technik-Kauderwelsch.
Warum du als Autor eine eigene Website brauchst
Laut Selfpublisher-Verband sind im deutschsprachigen Raum 80.000 bis über 100.000 Selfpublisher aktiv. Die Konkurrenz um Aufmerksamkeit ist groß. Drei Gründe sprechen für eine eigene Website.
Unabhängigkeit. Plattformen ändern ihre Regeln, drosseln Reichweite oder sperren Accounts. Deine Website bleibt. Du entscheidest, was dort steht.
Professionalität. Journalisten, Buchhandlungen und Veranstalter suchen nach dir. Wer dich nicht findet, fragt jemand anderen.
Leserbindung. Wer ein Buch von dir gelesen hat, will wissen, wann das nächste erscheint. Über deine Website und deinen Newsletter erreichst du diese Menschen direkt.
Die 7 Seiten, die jede Autorenwebsite braucht
Eine Autorenwebsite braucht keine zwanzig Unterseiten. Sieben reichen, wenn jede eine klare Aufgabe hat.
1. Startseite: der erste Eindruck
Die Startseite soll Besucher zu Lesern machen. Dein aktuelles Buch gehört groß und prominent darauf, mit Cover, Klappentext und einem einzigen klaren Aufruf wie "Leseprobe lesen" oder "Jetzt kaufen". Dazu ein Satz, der sagt, wer du bist und was du schreibst. Zum Beispiel: "Ich schreibe Krimis, die in Hamburg spielen." Ein Hinweis auf deinen Newsletter rundet die Seite ab. Slider mit fünf Büchern und drei konkurrierende Buttons lenken nur ab.
2. Über mich: persönlich statt steif
Nach der Startseite ist das oft die meistbesuchte Seite. Leser wollen wissen, wer hinter den Geschichten steckt. Zeig ein aktuelles, echtes Foto. Erzähl, warum du schreibst, statt einen Lebenslauf aufzulisten.
Die Seite ist gleichzeitig dein Pressebereich. Biete einen kurzen Pressetext in der dritten Person an, den Journalisten direkt übernehmen können. Dazu ein hochauflösendes Pressefoto zum Download.
3. Bücher: dein Schaufenster
Hier stehen alle Publikationen, das neueste Buch zuerst. Pro Buch brauchst du Cover, Klappentext, eine Leseprobe, die ISBN und Links zu allen Händlern, bei denen es erhältlich ist. Wer eine lange Backlist hat, sortiert nach Reihen oder Genre.
Im Hintergrund sollten strukturierte Daten nach Schema.org arbeiten. Damit erkennt Google, dass es sich um ein Buch handelt, mit Autor, ISBN und Beschreibung. Deine Website wird so zur eigenen Quelle für deine Bücher. Das gilt für Suchmaschinen und zunehmend auch für KI-Suchen wie ChatGPT oder Perplexity.
4. Lesungen und Events
Wenn du Lesungen gibst, bekommen sie eine eigene Seite mit Datum, Uhrzeit, Ort und Buchungsinfos. Vergangene Termine zeigen, dass du gebucht wirst. Ein kurzer Hinweis für Veranstalter mit Link zur Kontaktseite macht Anfragen leicht. Gibst du keine Lesungen, lässt du die Seite weg.
5. Blog oder Werkstattbericht
Ein Blog ist optional, wirkt aber auf zwei Ebenen. Jeder Beitrag ist eine weitere Seite, über die dich neue Leser bei Google finden. Gleichzeitig geben Einblicke in Recherche und Schreibprozess treuen Lesern einen Grund wiederzukommen. Lieber unregelmäßig und echt als regelmäßig und uninspiriert.
6. Newsletter: die wichtigste Seite
Deine E-Mail-Liste gehört dir. Kein Algorithmus steht zwischen dir und deinen Lesern. Wenn dein nächstes Buch erscheint, landet die Nachricht direkt im Postfach. Das Anmeldeformular fragt nur Name und E-Mail ab und sagt klar, was Abonnenten bekommen. Es gehört auf die Startseite, ans Ende jedes Blogbeitrags und auf die Bücher-Seite.
7. Kontakt
Presse, Buchhandlungen, Schulen und Veranstalter müssen dich erreichen können. Ein einfaches Formular reicht und schützt dich besser vor Spam als eine offene E-Mail-Adresse. Schreib dazu, wofür du erreichbar bist, etwa für Lesungsanfragen oder Interviews. Deine private Handynummer gehört nicht auf die Seite.
Was du nicht brauchst
Ein Gästebuch zieht heute vor allem Spam an. Ein Besucherzähler interessiert niemanden und wirkt veraltet. Musik, die beim Laden automatisch startet, vertreibt Besucher schneller als alles andere. Alle drei kannst du ersatzlos streichen.
Die häufigsten Fehler auf Autorenwebsites
Veraltete Bücherliste. Das Erstlingswerk von vor fünf Jahren steht prominent auf der Startseite, das neue Buch versteckt sich im Menü. Wähle ein System, in dem du neue Bücher selbst in wenigen Minuten einträgst.
Kein Newsletter. Viele Autoren investieren viel Zeit in Social Media und keine in die eigene Liste. Dabei ist die E-Mail-Liste der einzige Kanal, der dir wirklich gehört.
Keine Leseproben. Im Buchhandel blättern Leser rein. Online brauchen sie eine Leseprobe. Das erste Kapitel reicht.
Nur ein Social-Media-Profil. Ein Facebook- oder Instagram-Profil ergänzt eine Website, ersetzt sie aber nicht. Du kontrollierst dort weder Darstellung noch Reichweite.
Fehlendes oder falsches Impressum. Gerade bei Pseudonymen passiert das häufig. Dazu gleich mehr.
Pseudonym und Impressum: die rechtliche Seite
Viele Autorinnen und Autoren veröffentlichen unter Pseudonym. Das ist legal und weit verbreitet. Die Impressumspflicht nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) gilt trotzdem. Sie verlangt deinen vollständigen Namen und eine ladungsfähige Anschrift, also eine Adresse, an der dir Schriftstücke zugestellt werden können. Das Pseudonym kann zusätzlich genannt werden, ersetzt den echten Namen aber nicht.
Ein Postfach reicht nicht
Eine reine Postfachadresse gilt nach herrschender Meinung nicht als ladungsfähige Anschrift. Wer seine Wohnadresse schützen will, nutzt eine Geschäftsadresse, etwa über einen Coworking-Space oder einen Impressumsservice, an der tatsächlich zugestellt werden kann. Manche Verlagsverträge erlauben auch die Verlagsadresse. Lass die gewählte Lösung im Zweifel anwaltlich prüfen.
Sobald du ein Kontaktformular, einen Newsletter oder Statistiken nutzt, brauchst du außerdem eine Datenschutzerklärung.
Newsletter technisch richtig anbinden
Deine Website braucht nur ein Anmeldeformular, das mit einem Newsletter-Dienst verbunden ist. Achte bei der Wahl auf drei Dinge. Der Dienst sollte DSGVO-konform arbeiten, am besten mit Servern in der EU. Er sollte sich einfach in deine Website einbinden lassen. Und er sollte ein Double-Opt-in-Verfahren anbieten, denn damit kannst du im Streitfall nachweisen, dass jemand dem Empfang zugestimmt hat.
Was du verschickst, entscheidest du. Ein monatlicher Blick hinter die Kulissen, eine exklusive Leseprobe vor Erscheinen oder eine kurze Nachricht zum Launch reichen völlig.
Welches System passt zu dir?
WordPress ist flexibel und hat ein riesiges Ökosystem, braucht aber regelmäßige Updates für Core, Theme und Plugins. Baukästen wie Jimdo oder Wix bringen dich schnell online, binden dich aber an den Anbieter und bieten wenig buchspezifische Funktionen. Ein spezialisiertes CMS bringt Bücherverwaltung und strukturierte Daten mit und nimmt dir die Wartung ab, hat aber ein kleineres Ökosystem.
Welche Lösung wann passt, zeigt ausführlich der Vergleich WordPress, Jimdo oder spezialisiertes CMS. Wie eine Autorenwebsite mit Lotse CMS aussieht und was sie kostet, findest du auf der Seite CMS für Autoren.
Wenn du selbst verkaufen willst
Manche Autoren verkaufen signierte Exemplare direkt über die eigene Website. Das ist möglich. Wer selbst verkauft, wird aber zum Unternehmer im rechtlichen Sinn. Das bedeutet Gewerbeanmeldung, Buchführung und je nach Umsatz Kleinunternehmerregelung oder Umsatzsteuer. Lass das vorab steuerlich prüfen.
Deine Bücher verdienen eine professionelle Bühne
Sieben Seiten, jede mit einer klaren Aufgabe, ergeben eine Autorenwebsite, die Leser bindet, Presse informiert und bei Google gefunden wird. Dazu ein korrektes Impressum und ein Newsletter, der dir gehört. Mehr braucht es nicht, um aus einem Buch bei Amazon eine sichtbare Autorenmarke zu machen.
Wenn du wissen willst, wie das konkret für deine Bücher aussehen kann, sprechen wir im kostenlosen Erstgespräch darüber.